World Anti-Counterfeiting Day würdigt Bestrebungen zur Eindämmung der Produkt- und Markenpiraterie
Berlin, 10. Juni 2026
Der World Anti-Counterfeiting Day rückt heute erneut die Bedeutung eines wirksamen Schutzes geistigen Eigentums in den Fokus und würdigt zugleich die Maßnahmen der Durchsetzungsbehörden und der betroffenen Unternehmen zur Eindämmung der Fälschungsproblematik.
Die aktuellen Zahlen der deutschen Zollverwaltung verdeutlichen das Ausmaß des Problems: Im Jahr 2025 stellten Zöllnerinnen und Zöllner mehr als 4,6 Millionen Produktfälschungen mit einem geschätzten Warenwert von knapp 450 Millionen Euro sicher.
„Das Grenzbeschlagnahmeverfahren ist ein elementarer Baustein im Kampf gegen Produktpiraterie und die betroffenen Unternehmen danken den Zöllnerinnen und Zöllnern für ihren unermüdlichen Einsatz. Die Zahlen zeigen allerdings auch, dass Produktpiraterie trotz intensiver Kontrollen und internationaler Zusammenarbeit weiterhin ein lukratives Geschäft für kriminelle Akteure bleibt.“
Volker Bartels, Vorsitzender APM e.V.
Auch die im APM organisierten Unternehmen investieren erhebliche finanzielle und personelle Ressourcen in den Schutz der Märkte vor illegalen Fälschungen. Neben der kontinuierlichen Überwachung der Märkte – insbesondere im Online-Bereich – arbeiten sie eng mit Zollbehörden, Strafverfolgungsbehörden und Plattformbetreibern zusammen und setzen auf moderne Technologien zur Authentifizierung von Originalprodukten.
Am häufigsten werden nach wie vor Markenverletzungen festgestellt: 2025 machten diese über 90 Prozent der Aufgriffe des deutschen Zolls aus. Allerdings gewinnt insbesondere auch der Designschutz zunehmend an Bedeutung: Im vergangenen Jahr bezog sich fast ein Drittel aller Anträge auf Beschlagnahme von Produktfälschungen beim Zoll auf Designrechte.
„Das Design von Produkten ist Ausdruck kreativer Leistung und ein wesentlicher Wettbewerbsfaktor. Ob Möbel, Mode, Haushaltswaren, Autos oder Verpackungen – gute Gestaltung schafft Wiedererkennungswert, stärkt die Wettbewerbsfähigkeit und trägt oft maßgeblich zum wirtschaftlichen Erfolg eines Produkts bei.“
Volker Bartels, Vorsitzender APM e.V.
Eine aktuelle Umfrage des Amts der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO) unterstreicht die Bedeutung des Designs: Für 72 % der europäischen Verbraucher spielt die äußere Gestaltung eine wichtige Rolle bei der Kaufentscheidung. Gleichzeitig stellt das EUIPO fest, dass designgetriebene Branchen besonders anfällig für Produktpiraterie sind. Allein die deutsche Bekleidungsindustrie erleidet durch Fälschungen jährlich Verluste in Höhe von fast 3 Mrd. Euro.[1]
„Auf europäischer Ebene wurden in den vergangenen Jahren wichtige Reformen angestoßen, um den Schutz geistigen Eigentums und damit auch den Designschutz an die Anforderungen des digitalen Zeitalters anzupassen und Rechteinhabern eine effektivere Rechtsdurchsetzung zu ermöglichen. Diese Entwicklungen müssen konsequent fortgeführt werden.“
Volker Bartels, Vorsitzender APM e.V.
Anlässlich des World Anti-Counterfeiting Day appelliert der APM daher an Politik, Behörden, Plattformbetreiber sowie Verbraucherinnen und Verbraucher, den Kampf gegen Produktpiraterie weiterhin entschlossen zu unterstützen und den Schutz geistigen Eigentums – einschließlich von Designrechten – als wichtigen Baustein einer innovationsorientierten Wirtschaftspolitik zu stärken.
[1] EUIPO, Pressemeldung vom 10. Juni 2026.
Über den APM
Der Aktionskreis gegen Produkt- und Markenpiraterie e.V. (APM) setzt sich seit 1997 als branchenübergreifender Verband für den Schutz geistigen Eigentums ein. Der APM ist eine Gemeinschaftsinitiative des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) und des Markenverbandes. Im APM engagieren sich namhafte Unternehmen aus verschiedenen Branchen für ein Umfeld, in dem sich innovative Tätigkeit entfalten und auf einen effektiven Schutz bauen kann.
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