Hohe Risiken durch gefälschte Produkte am Black-Friday
Unseriöse Händler und Fälscher nutzen die Schnäppchenjagd, um schnell gute Geschäfte zu machen, oft auf Kosten argloser Verbraucher. Der APM ruft zur Vorsicht im Online-Handel auf.
Berlin, 25. November 2025
Während sich Millionen von Käufern auf die jährlichen Black Week-, Black Friday- und Cyber Monday-Angebote freuen, warnt der Aktionskreis gegen Produkt- und Markenpiraterie (APM) eindringlich: „Die verlockende Schnäppchenjagd Ende November macht diese Zeit zu einer günstigen Gelegenheit für Kriminelle, den Verbauchern billige Fälschungen zu verkaufen“, so Volker Bartels, Vorsitzender des APM.
Unseriöse Händler locken im Internet mit bekannten Marken, professionellen Fotos (oft von den Webseiten der Originalhersteller oder anderen Händlern geklaut), nahezu identischen Verpackungen und zunehmend auch irreführenden Werbemaßnahmen auf seriösen Webseiten und Portalen, wie eine neue Studie des Amts der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO) zeigt.[1] „Diese Produkte scheinen zwar verlockend, doch immer wieder bergen diese Waren versteckten Gefahren“, weiß Bartels.
Sicherheitsrisiken
Produktfälschungen – von Elektronik und Spielzeug bis hin zu Kosmetika, Bekleidung und Haushaltsgeräten – erfüllen oft grundlegende Sicherheitsstandards nicht. Minderwertige Materialien, giftige Inhaltsstoffe und defekte Komponenten wie Batterien und Akkus können zu Bränden, allergischen Hautreaktionen oder Verletzungen führen.[2] „Fälschungen werden nicht getestet, deshalb bestehen immer Risiken“, so Bartels.
Finanzielle Verluste, keine Gewährleistung
Käufer von Fälschungen haben zudem keine Herstellergarantie, Regressansprüche gehen ins Leere, Rückgaberegelungen werden von den Händlern ignoriert und Kundensupport gibt es ebenfalls nicht. „Was wie ein „Schnäppchen“ erscheint, führt allzu häufig zu Enttäuschung und Frustration. Diese Geldverschwendung sollte man sich ersparen“, meint Bartels, „die Enttäuschung durch die Fälschungen wird leider oft den legitimen Unternehmen zugeschrieben, dies zerstört das Vertrauen in die Marke, gefährdet Arbeitsplätze in Europa und hemmt Investitionen in die Entwicklung neuer, innovativer Produkte. Der Schaden für die Wirtschaft ist enorm.“
Betrugsrisiken, Datenschutz
Oft werden Fälschungen über betrügerische Websites angeboten, die Kreditkartendaten und persönliche Informationen der Kunden abfischen. So steigt durch die vermeintliche Schnäppchenjagd das Risiko für Identitätsdiebstahl, unbefugte Abbuchungen und weiteren finanziellen Schäden noch lange nach dem Kauf.
Wie sich Käufer schützen können
Um sich zu schützen, rät Bartels: „Kaufen Sie nur bei seriösen Händlern, in den offiziellen Markenstores oder bei autorisierten Partnern. Überprüfen Sie Produktbewertungen, Verkäuferbewertungen und seien Sie vor allem skeptisch gegenüber Preisen, die zu gut sind, um wahr zu sein. Nicht nur am Black Friday und Cyber Monday ist Wachsamkeit der beste Weg, um sicherzustellen, dass Schnäppchen nicht zu kostspieligen oder gefährlichen Fehlern werden.“
Was muss sich ändern?
Um die Fälschungsproblematik effektiv anzugehen, müssen allerdings auch in der Politik die richtigen Weichen gestellt werden. „Ein nachhaltiges Vorgehen gegen Produktfälschungen ist nur möglich, wenn ein Verantwortlicher Händler bekannt und greifbar ist: Die Inhaber der Markenrechte bzw. des geistigen Eigentums müssen eine effektive Möglichkeit bekommen, an die Daten der Inhaber von rechtsverletzenden Webseiten zu kommen. Händler auf Onlineplattformen sollten dem jeweiligen Plattformbetreiber bekannt sein und diese Daten müssen im Verletzungsfall auch herausgegeben werden. Händler dürfen sich nicht hinter einer Plattform verstecken. Sind sie nicht greifbar, sollten die Plattformen stärker in die Verantwortung gezogen werden“ fordert Bartels.
[1] EUIPO: Online Advertising on IPR-Infringing Websites and Apps 2024, Nov. 2025.
[2] EUIPO: Dangerous Fakes: Trade in counterfeit goods that pose health, safety and environmental risks, März 2022.
Der Aktionskreis gegen Produkt- und Markenpiraterie e.V. (APM) setzt sich seit 1997 als branchenübergreifender Verband für den Schutz geistigen Eigentums ein. Der APM ist eine Gemeinschaftsinitiative des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) und des Markenverbandes. Im APM engagieren sich namhafte Unternehmen aus verschiedenen Branchen für ein Umfeld, in dem sich innovative Tätigkeit entfalten und auf einen effektiven Schutz bauen kann.
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